Zur Beantwortung der Frage, weshalb die Schützengilde St. Hubertus im Jahre 1930 gegründet wurde ist es notwendig, einen Blick auf die Entwicklung der Stadt Meppen zu werfen.
Der Kern der Stadt, die heutige Altstadt, mit ihrer interessanten und wechselvollen Geschichte war jahrhundertelang, bedingt durch die Umwallung, die „Stadt Meppen“ schlechthin. Über diesen Kern hinaus entstand seit dem Bau der Eisenbahn, des Krupp’schen Schießplatzes und der Eisenhütte ein Stadtteil jenseits der Ems und der Hase. Von hier ausgehend bildete sich im Laufe von Jahrzehnten eine Vorstadt (Neustadt), deren innerer Zusammenhang mit der Altstadt nicht im gleichen Tempo wuchs wie ihre räumliche Ausdehnung.
Auch in der Neustadt selbst kam es unter den Bewohnern nicht so schnell zu dem wünschenswerten inneren Zusammengehörigkeitsgefühl. Das findet seinen Grund wohl auch in der Bauweise, die Altstadt in kompakte, geschlossene Bauweise, die Neustadt als offene Siedlungshausbebauung. In der Altstadt sah man sich fast täglich in den Kochtopf. In der Neustadt lernten sich die Nachbarn oft erst nach längerer Zeit näher kennen. Dazu kam die noch völlig anders geartete Zusammensetzung der Bewohner der Neustadt. Hier leben überwiegend Arbeitnehmer, in der Altstadt in der Mehrheit alteingesessene Geschäftsleute und selbstständige Handwerker.
Das kirchliche Leben spielte sich vor allem in der Meppener Altstadt ab. Keine Prozession, kein Festumzug verirrte sich in die Neustadt. Nach dem ersten Weltkrieg bekam das Selbstbewusstsein der Neustadt-Bewohner erheblichen Auftrieb durch die rege Bautätigkeit und das sprunghafte Anwachsen der Bevölkerung. Der Wunsch nach einem Vereinsleben wurde immer stärker.





